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Im Auftrag einer großen Versicherungsgesellschaft hat das Meinungsforschungsinstitut forsa rund 1.000 volljährige Bundesbürger zu ihrem Anlageverhalten befragt und die Ergebnisse nach Generationen aufgeschlüsselt. Die Studie liefert ein differenziertes Bild darüber, wie Menschen verschiedener Altersgruppen heute investieren, welche Präferenzen sie haben und welche Rolle Sicherheit und Rendite in ihren Entscheidungen spielen. Besonders interessant ist dabei, wie stark sich die Generationen in ihrer Haltung zu modernen Anlageformen unterscheiden.

Wie schon in vergleichbaren Erhebungen zuvor zeigt sich bei jüngeren Menschen eine deutlich größere Affinität zu den Kapitalmärkten. Dieser Trend ist seit Jahren stabil: Die unter 30‑Jährigen sind nicht nur häufiger bereit, in Aktien oder Fonds zu investieren, sondern nutzen auch deutlich öfter digitale Plattformen, um ihre Investments zu tätigen. Die Studie beschreibt dies mit den Worten:

„Wie schon in vergleichbaren Erhebungen zuvor zeigt sich bei jüngeren Menschen eine deutlich größere Affinität zu den Kapitalmärkten.“ Dieser Befund deckt sich mit dem allgemeinen Bild einer Generation, die mit Smartphone, Apps und digitaler Finanzwelt aufgewachsen ist und für die der Zugang zu Kapitalmarktprodukten niedrigschwelliger und selbstverständlicher geworden ist.

Besonders groß ist die generationelle Lücke beim Thema Kryptowährungen. Während knapp jeder fünfte unter 30‑Jährige Geld in Bitcoin, Ether & Co. gesteckt hat, trifft das nur auf jeden 50. über 60‑Jährigen zu. Dieser Unterschied ist bemerkenswert, denn er zeigt nicht nur eine unterschiedliche Risikobereitschaft, sondern auch eine unterschiedliche Wahrnehmung technologischer Innovationen. Für viele jüngere Anleger sind Kryptowährungen ein spannender Bestandteil der modernen Finanzwelt, während ältere Generationen diese Anlageklasse oft als zu volatil oder zu spekulativ empfinden. Die Studie formuliert hierzu:

„Besonders groß ist die generationelle Lücke beim Thema Kryptowährungen.

Die Kohorten ab 45 Jahren setzen dagegen lieber auf klassische Assetklassen wie Immobilien, Tages- und Festgeld oder Lebensversicherungen. Diese Präferenzen spiegeln ein traditionelleres Verständnis von Vermögensaufbau wider, das stärker auf Stabilität und langfristige Planbarkeit ausgerichtet ist. Immobilien gelten als wertbeständig, Lebensversicherungen als solide Bausteine der Altersvorsorge, und Tages- oder Festgeldkonten bieten zwar geringe Renditen, dafür aber hohe Sicherheit und Liquidität. Für viele Menschen dieser Altersgruppen ist der Kapitalmarkt zwar grundsätzlich interessant, aber nicht der zentrale Baustein ihrer finanziellen Strategie.

Gemeinsam ist den Generationen jedoch, dass Sicherheit für sie im Zweifel wichtiger ist als Rendite. Dieser Punkt verbindet die Befragten über Altersgrenzen hinweg und zeigt, dass finanzielle Vorsicht ein tief verankertes Motiv bleibt. Allerdings gibt es auch hier deutliche Unterschiede in der Gewichtung: Nur 8 Prozent der über 60‑Jährigen priorisieren die Rendite, während es bei den unter 30‑Jährigen 19 Prozent sind. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 13 Prozent, während 47 Prozent der Sicherheit den Vorzug geben. Diese Zahlen verdeutlichen, dass jüngere Menschen zwar risikofreudiger sind, aber dennoch nicht leichtfertig handeln. Auch sie wägen ab, suchen nach Balance und orientieren sich an langfristigen Zielen.

Ein weiterer Aspekt der Studie betrifft die Frage, wie stark das Vertrauen in digitale Finanzangebote ausgeprägt ist. Jüngere Generationen nutzen häufiger Apps, Robo‑Advisor oder Online‑Broker, während ältere Anleger weiterhin persönliche Beratung bevorzugen. Dies ist nicht nur eine Frage der Technikaffinität, sondern auch eine Frage des Vertrauens: Digitale Plattformen müssen für ältere Anleger erst beweisen, dass sie sicher, transparent und zuverlässig sind. Jüngere Menschen hingegen empfinden die digitale Abwicklung oft als effizienter und flexibler.

Zusammenfassend zeigt die Untersuchung ein klares Bild: Die Generationen unterscheiden sich deutlich in ihrer Risikobereitschaft, ihren bevorzugten Anlageformen und ihrem Zugang zu Finanzprodukten. Während jüngere Menschen stärker auf Kapitalmarkt und Kryptowährungen setzen, bevorzugen ältere Generationen klassische, sicherheitsorientierte Anlageformen. Dennoch bleibt Sicherheit für alle ein zentrales Motiv – nur die Gewichtung variiert.